Arbeitsrecht Abmahnung Versicherungsvermittler Arbeitgeber

Arbeitsrecht für Versicherungsvermittler

Abmahnung Arbeitsrecht Schaubild

Die Abmahnung
Der Versicherungsvermittler muss als selbstständiger Kaufmann bei der Vermittlung von Versicher-ungsverträgen eine Vielzahl von Gesetzen kennen und einhalten. Ist er auch noch Arbeitgeber so sollte er im Arbeitsrecht Grund-kenntnisse besitzen, damit er nicht ins Stolpern gerät.

I. Sinn einer Abmahnung
Zu den Aufgaben des Arbeitgebers gehört die Führung seiner Mitarbeiter. Wenn die Arbeitsleistung nicht ausreicht oder das Verhalten unangemessen ist oder das Verhalten sogar dem Arbeitsvertrag verletzt, sollte der Arbeitnehmer auf das erwartete Verhalten hingewiesen werden. Oft reicht dieses schon und arbeitsrechtliche Konsequenzen sind nicht erforderlich. Es gibt Situationen, in denen eine einfache Ermahnung nicht ausreichend sondern eine Abmahnung erforderlich ist. Die Abmahnung ist die Voraussetzung für eine verhaltensbedingte Kündigung. Die Abmahnung hat somit eine Hinweisfunktion für den Mitarbeiter. Ändert er sein Verhalten nicht, folgt die Kündigung.

II. Form und Inhalt eine Abmahnung

  Der Gesetzgeber hat keine Formvorschriften für Abmahnungen erlassen. Eine mündliche Abmahnung ist möglich aber nicht empfehlenswert. Abmahnungen sollten immer schriftlich erfolgen. Nur so kann in einem möglichen Arbeitsprozessen nachgewiesen werden, dass tatsächlich eine Abmahnung ausgesprochen wurde und die Voraussetzungen der Abmahnung erfüllt waren.

Der Inhalt eine Abmahnung muss folgendes umfassen:
1. Welches Fehlverhalten liegt vor mit Angabe Ort, Datum und Zeit. Aus dem   Text muss erkennbar sein, was wann wo und wie fehlerhaft gemacht wurde.

(Beispiel: Sie sind am 01.06.2015 um 10:30 Uhr zur Arbeit erschienen)

2. Wogegen hat der Arbeitnehmer verstoßen und wie hätte er sich richtig verhalten müssen.

(Beispiel: Gemäß Arbeitsvertrag beginnt die Arbeitszeit um 9:00 Uhr. Zu diesem Zeit müssen sie im Büro sein.)

3. Was wird zukünftig vom Arbeitnehmer erwartet.

(Beispiel: Zukünftig erwarten wir, dass sie pünktlich erscheinen.)

4. Androhung der Kündigung.

(Beispiel: Bei Wiederholung dieses Verstoßes werden wir das Vertragsverhältnis mit Ihnen kündigen.)

Praxishinweis
Hat ein Arbeitnehmer eine Abmahnung erhalten kann dieses Fehlverhalten nicht mehr für eine spätere Kündigung genutzt werden. Je zuvor aber nach einer Abmahnung eine Kündigung ausgesprochen werden kann bedarf es eines weiteren Verstoßes gegen dieselbe gegen dieselben Pflichten aus dem Arbeitsvertrag.

Fazit:
Eine Abmahnung ist in der Regel die Voraussetzung für eine Kündigung wegen eines falschen Verhalten. Die Abmahnung muss das Fehlverhalten aufzeigen, das richtige Verhalten einfordern und auf die kündigungsrechtliche Relevanz eines weiteren Verstoßes hinweisen. Nur so kann der Arbeitgeber beim nächsten Verstoß kündigen. Keine Abmahnung bedarf es bei personen- oder betriebsbedingter Kündigungen. In diesen Fallkonstellationen liegt der Grund für die Kündigung nicht im Verhalten des Arbeitnehmers und kann somit auch nicht durch eine Abmahnung verändert werden.

Autor: Björn Fleck

PS:
Weitere Inhalte finden Sie im Buch Versicherungsvermittler als Arbeitgeber oder erhalten Sie beim Seminars im BWV-Hannover im Jahr 2016.